Öberösterreich Magazin: Pöstlingbergbahn

Öberösterreich Magazin: Gazmend Freitag, Pöstlinbergbahn! 


 

Gerd J. Schneeweis  

In seinem neuesten, aus 10 Einzeldarstellungen bestehenden Werkzyklus widmet sich der bekannte Linzer Maler Gazmend Freitag der Pöstlingbergbahn. Wir haben den sympathischen Künstler in seinem Atelier in Urfahr besucht und uns seine erneut außergewöhnliche Arbeit erklären lassen. „Als überzeugter Wahl-Linzer wende ich mich in meiner künstlerischen Arbeit immer wieder den Sehenswürdigkeiten und Menschen dieser liebenswerten Stadt zu. Dazu gehören beispielsweise die Sammlung ,Lebenslinien‘ mit 35 Porträts der Bewohner des Seniorenheims Hillinger, die alte Eisenbahnbrücke, Porträtzeichnungen bekannter Linzer Persönlichkeiten, Szenen aus dem Alltag sowie die Bäume, Plätze und Landschaften an der Donau“, schildert Freitag.

„In meinem neuesten Werkzyklus“, so der Künstler weiter, „widme ich mich der historischen Pöstlingbergbahn, die seit 1898 mit ihrer außergewöhnlichen und idyllischen Streckenführung Gäste aus aller Welt begeistert. Von ihrem Ausgangspunkt am Linzer Hauptplatz aus passiert sie die Donau und das Ars Electronica Center, bevor sie direkt in die Naturoase Pöstlingberg führt. Es handelt sich um eine Adhäsionsbahn, das heißt, die Bahn nutzt keine Zahnräder und überwindet die Steigungen nur auf Reibung und, was sie übrigens weltweit einzigartig macht. Ihr Design verbindet auf harmonische Weise Nostalgie und Moderne und schafft eine Atmosphäre, die ich versuche, in dieser Sammlung von zehn Gemälden festzuhalten. In unterschiedlichen Stimmungen, Perspektiven und Farben soll sich die Pöstlingbergbahn in ihrer Eleganz, Geschichte und Verbindung zur Stadt Linz zeigen, und dazu gehört natürlich auch die Landschaft, durch die sie sich bewegt, vor allem der Pöstlingberg, der als Linzer Hausberg ein beliebtes Ausflugsziel ist. Neben einem großartigen Ausblick über die Stadt und die Donaulandschaft kann man sich dort an dem Linzer Zoo, der Grottenbahn, der Kulinarik des Pöstlingbergschlössls und einem reichen kulturellen Programm erfreuen.“

Gazmend Freitag wurde am 25. Mai 1968 in Pataçan i Poshtëm, Kosovo, geboren. Sein herausragendes Talent für das Zeichnen zeigte sich schon früh als Kind. Später widmete er sich der Literatur und begann 1987 das Studium der Rechtswissenschaften in Prishtina. Kurz darauf wurde die Uni für Albaner geschlossen, die Studenten verhaftet oder verfolgt. Unter den Verfolgten auch Gazmend, der sich 1990 gezwungen sah, nach Deutschland zu fliehen.

Mit seiner Teilnahme an der 1st Biennale of Creativity in Verona im Jahr 2014 erlangte er internationale Bekanntheit. Seit 2004 lebt Gazmend Freitag in Linz. In seiner Wahlheimat hat er sich erfolgreich als Künstler etabliert.


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